Erfolgsstory des Herren 1 geht weiter
Gut gerüstet ging es zu Hause in Auw gegen SV Lägern Wettingen ins nächste Meisterschaftsspiel. Die taktischen Skills hatte uns Simi mitgegeben und wir mussten sie eigentlich nur noch umsetzen. Doch Theorie und Praxis klaffen manchmal auseinander, vorallem wenn der Gegner in einer anderen Tempoklasse spielt als wir. So brauchten wir zuerst mal 8 bis 10 Bälle um uns an das höhere Tempo zu gewöhnen. Chälli sass derweil gemütlich am Täfele, nichts ahnend, dass er im zweiten Satz plötzlich mitten drinn statt nur dabei sein wird. Aber zurück zum Spielgeschehen: MeMuri kam von Ball zu Ball immer besser ins Spiel und konnte sich nach dem Ausgleich gar eine Fünfpunkte-Führung erarbeiten. Anders konnte man dies nicht beschreiben. Der erste Satz ging schliesslich mit 25:20 an MeMuri.
Dass das Spiel nicht nur harte Arbeit, sondern auch eine nervliche Belastungsprobe war, zeigte sich im zweiten Satz. Die Teams schenkten sich nichts und jeder Punkt war weiterhin hart umkämpft. Auch unsere neuen Kräfte auf dem Feld bekamen dies zu spüren. Im Timeout gab uns Simi dann versierte Tipps, wie wir unseren Block neu ausrichten sollen, was dann auch gut umgesetzt wurde. Mitten im Satz kam der übermotivierte Passeur von Lägern Wettingen zu seiner ersten unnötigen Aktion. Ein Ball, der nach der zweiten Berührung Richtung Anzeigetafel segelte und schon fast an der Wand war, ohne Chance, den noch regelkonform übers Netz zu spielen, wollte der Passeur trotzdem noch holen. Er zögerte nicht eine Sekunde, sondern versuchte in Supermanmanier über Chälli, die Anzeigetafel und Schreiberin zu springen, ohne Rücksicht auf Verluste. Chälli durfte sich nach dieser Aktion über Rücken-, Nackenbeschwerden und eine verbogene Brille freuen. Die zynische Bemerkung des Passeurs zeigt, dass er sich in diesem Moment nicht im Griff hatte, was sich später noch viel stärker äussern würde. Rein spielerisch glich der zweite Satz dem ersten, mit dem besseren Ende für MeMuri, das auch diesen Durchgang mit 25:21 für sich entscheiden durfte.
Im dritten Satz starteten wir schwach und liessen stark nach. Nichts funktionierte richtig und man lag schnell mit 1:8 hinten. Klar drehte Lägern auf, aber MeMuri spielte fehlerhaft und nahm sich mit missglückten Angriffen oder Missverständnissen oft selbst aus dem Spiel. Sehr früh musste Simi dann ihr zweites Timeout nehmen, mit mässigem Erfolg. Wir lagen weiter 8:17 zurück. Dann aber ging ein Ruck durch die Mannschaft. Das 5:1 mit Dali als Dia zeigte Wirkung und plötzlich gabs kein Durchkommen mehr für den Gegner. Gegen Satzende wurde es wieder eng und quasi auf den letzten Drücker konnten wir den Satz mit 25:23 knapp doch noch für uns entscheiden.
Des einen Freud ist des anderen Leid. Den Frust des Gegners bekam die Eingangstüre der Halle zu spüren. Auch hier war der gegnerische Passeur derjenige, der zum falschen Zeitpunkt ein Ventil brauchte, um den eigenen Frust loszuwerden. Mit seiner ehrlichen Entschuldigung am Tag darauf schliessen wir das Kapitel und die Eingangstür wird sich irgendwann auch wieder schliessen lassen :-)