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Herren 1 glücklos gegen Dottikon 2

Rohrer Martin 17.01.2019

Wieder über weite Strecken gut gespielt, wieder leer ausgegangen. So in etwa musste das Fazit des Herrenteams lauten nach der neuerlichen 0:3-Schlappe gegen Dottikon 2. Auch wenn es das Resultat nicht vermuten lässt, war es eine heissumkämpfte Partie.

Wenn es einen Preis für brotlose Kunst geben würde, hätte ihn das Team Herren 1 auf sicher. Nicht, dass es eine schlechte Partie abgeliefert hätte, ganz im Gegenteil. MeMuris Leistung war über weite Strecken der Partie mehr als in Ordnung, aber eben letzten Endes (einmal mehr) ohne zählbaren Ertrag. Es machte vieles richtig und zeigte gute Ansätze, scheiterte jedoch nicht zuletzt am eigenen Unvermögen.

Im ersten Satz verlief das Spielgeschehen ungefähr bis Satzmitte ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für MeMuri. Bis zum Stand von 15:12 hatten diese das Spiel im Griff und es sah nach einem positiven Ausgang für das Herrenteam aus. Es spielte solid, ausgehend von einer guten Annahme, und konnte konstant punkten, trotz starkem gegnerischem Block. Als hätte jemand den Hebel umgelegt, ging allerdings bei den Gästen im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr. Plötzlich landeten die Angriffsschläge neben statt im Feld, gingen ins statt übers Netz und es schlichen sich zahlreiche andere Eigenfehler ein, u.a. auch im Service. Dottikon holte auf, machte Punkt für Punkt, während die Freiämter das Kunststück fertigbrachten, keinen einzigen Punkt mehr zu erzielen (15:25).

Erfreulicherweise hatte der abrupte Einbruch im vorherigen Spielabschnitt keine negative, sondern vielmehr beflügelnde Wirkung auf MeMuri, denn es fand den Tritt im zweiten Umgang schnell wieder. Die Vorteile lagen von Beginn weg auf der Seite von MeMuri, es machte das Spiel und führte stets mit zwei bis drei Zählern, ohne sich allerdings bereits vorzeitig entscheidend absetzen zu können. Bis zum Stand von 23:20 schien MeMuri auf bestem Weg, die Partie nach Sätzen ausgleichen zu können. Ähnlich wie im ersten Satz war es dann jedoch nur noch Dottikon, das Punkte erzielen konnte. MeMuri musste so auch diesen sichergeglaubten Spielabschnitt dem Gegner überlassen (23:25).

Die Merenschwander liessen sich auch vom zweiten Satzverlust nicht entmutigen. Sie legten im dritten Durchgang los wie die Feuerwehr und machten dort weiter, wo sie im Satz zuvor nach dem 23:20 aufgehört hatten. Annahme, Zuspiel und Abschluss funktionierten wieder nach Wunsch, die Fehlerquote wurde tief gehalten, sodass es sich immer weiter absetzen konnte, bis zum Stand von 21:15. Zu diesem Zeitpunkt deutete noch nichts auf einen erneuten Satzverlust der Gäste hin. MeMuri schien auf bestem Weg, die Partie nach Sätzen ausgleichen zu können, doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst erlebte MeMuri ein Déjà-vu, als es sich unvermittelt in derselben Lage wie noch im Satz zuvor wiederfand. Wie auf Knopfdruck wollte im Spiel der Merenschwander nämlich nichts mehr zusammenpassen. Dottikon seinerseits feierte unverhofft noch einmal ein Comeback und erzielte nun Punkt für Punkt, insgesamt deren neun in Serie, bis zum Stand von 24:21. Dies war jedoch noch nicht die Entscheidung, sondern vielmehr ein Weckruf für MeMuri, das sich nun wieder auf seine Stärken besann, während nun auf einmal beim Gastgeber die Nerven flatterten. Manch einer der Zuschauer dürfte sich ob des seltsamen Spielverlaufs verwundert die Augen gerieben haben. MeMuri konnte den Satzball abwehren, den Rückstand wettmachen und sich gar seinerseits Satzbälle erarbeiten. Wieder standen die Zeichen gut für einen Satzerfolg, doch es sollte am heutigen Tag einfach nicht sein. Die Partie wogte hin und her, beide Teams hatten ihre Chancen, den Satz zu seinen Gunsten zu entscheiden. Irgendwie symptomatisch für den bisherigen Verlauf der Saison war es schliesslich der Gegner, der das bessere Ende für sich behielt (24:26). Der bisherige Spielverlauf war eben doch nicht spurlos an MeMuri vorbei gegangen.

So stand es nach drei Sätzen 3:0 für Dottikon statt 2:1 für MeMuri, und die Partie war zu Ende. MeMuri machte vieles richtig, konnte jedoch seine offenkundige Schwäche in der Money Time nicht kaschieren und scheiterte daher primär an seinem eigenen Unvermögen.

 

VBC Dottikon 2 - Herren 1                       3:0      (25:15, 25:23, 26:24)